Stimmungsabhängige Werbung: Da geht doch noch mehr

Schon 2012 haben Apple-Mitarbeiter stimmungsabhängige Werbung patentreif gemacht – und zum Patent eingereicht. Damit wäre es möglich, Displaywerbung online auf die Stimmung des einzelnen Kunden abzustimmen.

Wer sich also gerade über seinen Chef geärgert hat, sollte sich nicht wundern, wenn er in Zukunft passende Banner für Baldriantropfen eingespielt bekommt – oder vielleicht für einen günstigen Sandsack zum Abreagieren. Und wer beim Joggen über sich hinausgewachsen ist, sieht passend zur euphorischen Stimmung ein Werbebanner für eine neue Designerhandtasche. Oder für die Herrenwelt vom Autoverleiher des Vertrauens Bannerwerbung mit einem hübschen Sportwagen zum günstigen Wochenendtarif. Oder vielleicht doch lieber ein Promotionangebot für feine Schokolade, um die abtrainierten Kalorien wieder aufzufüllen?

Alles sehr hübsche Ideen, aber wir finden: Nur stimmungsabhängige Werbung einblenden – das ist etwas zu kurz gesprungen. Warum nicht direkt aktiv auf die Stimmungen des Nutzers eingehen? Und ihm beispielsweise nach dem Waldlauf gleich einen neuen Klingelton senden: „We are the champions“ wäre doch ganz hübsch. Oder weitergedacht: Ist der Kunde gerade in großzügiger Stimmung, bekommt er sofort das neueste iPhone mit maximalem Speicherplatz zugeschickt. Die Rechnung wird der gutgelaunte Verbraucher dann schon abnicken. Nett wäre es auch, wenn das neue Device gleich die passende Gravur hätte: „Glückwunsch zum 6-Minuten-Schnitt beim Citylauf“ oder „In Erinnerung an unser erstes Rendezvous“.

Dem Kunden bleibt dann eigentlich nur eines: Hoffen, dass Apple die jeweilige Stimmung nicht falsch interpretiert. Zum Beispiel, indem im Namen des Kunden ein iTunes Gutschein an die Geschäftsleitung verschickt wird. Etwa mit der Widmung „Danke, dass ich während der Arbeitszeit so viel im Internet surfen darf“. Das könnte vielleicht im Einzelfall nicht so gut ankommen. Besonders wenn das Unternehmen bislang noch nichts von den Surfgewohnheiten gewusst hat. Dann könnte das Opfer der stimmungsabhängigen Werbung bald ungewollt viel Zeit zum Surfen bekommen.

Mehr über stimmungsabhängige Werbung:
http://www.horizont.net/aktuell/marketing/pages/protected/Der-glaeserne-Verbraucher-Apple-plant-stimmungsabhaengige-Werbung_118822.html


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